DER FILMKOMPONIST ALFRED SCHNITTKE (3) - Vortrag über zwei Filmmusiken von Alfred Schnittke
Datum: 05.08.2026, 18:32 Uhr | Produziert: DFF - Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, Frauke Haß | 39 Klicks
Alfred Schnittke (1934–1998) zählt zu den bedeutendsten und meistgespielten
Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine Biographie und sein Werk gelten als
Musterbeispiele für Transnationalität und -kulturalität: als jüdisch-stämmiger, später zum Christentum konvertierter Deutsch-Russe, der zunächst in Moskau, später in Berlin und Hamburg wirkte, war das Gefühl der kulturellen Heimatlosigkeit zentraler Aspekt seiner Welterfahrung. In seinem Werk vermengen sich sowjetische und westeuropäische, jüdische und christliche, traditionelle und avantgardistische Einflüsse zu einem Kompositionsprinzip, das er als „Polystilistik“ definierte. Da Schnittkes Musik der sowjetischen Führung zu experimentell war und seine Werke häufig von Aufführungsverboten betroffen waren, musste sich Schnittke auch als Filmkomponist betätigen. Sein reichhaltiges filmmusikalisches Schaffen der 1960er bis 1980er Jahre
fungiert als eine Art „Stil-Labor“, das er zur Erprobung polystilistischer Konzepte nutzte und damit das sowjetische Kino mit einzigartigen Klangwelten bereicherte.

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